
Später zu bezahlen wird zur Routine
Unter denen, die BNPL nutzen, ist es selten eine einmalige Entscheidung. In Deutschland und Frankreich zahlen 40 % der Nutzer mehrmals jährlich in Raten. In Österreich macht etwa jeder dritte Mensch das jeden Monat.
Manche gehen sogar noch weiter. In Deutschland verzögern 20 % der Nutzer monatlich ihre Zahlungen und 10 % wöchentlich. Die Schweiz ist die Ausnahme. Nur 25 % der Befragten geben an, dass sie Pay-Later-Dienste überhaupt nutzen, und 40 % tun dies einmal im Jahr oder seltener.

Source: Galaxus.de
Elektronik-Lead, aber lokale Unterschiede sind wichtig
Elektronik ist die häufigste Kategorie für Ratenzahlungen auf den EU-Märkten:
- Deutschland: 50 %
- Italien: 54 %
- Frankreich: 44 %
Anderswo ändert sich das Verhalten. In der Schweiz werden Ratenzahlungen häufiger für Autos und Motorräder verwendet. In Frankreich und Italien finanzieren 40 % der Verbraucher Haushaltsgeräte auf diese Weise.
Deutschland und Österreich stechen in der Mode hervor, wo etwa 25 % der Käufer Kleidung in Raten bezahlen – deutlich mehr als in anderen Ländern.

Source: Galaxus.de
Es geht nicht nur um die Erschwinglichkeit
Die Verteilung der Kosten ist der Hauptgrund, warum sich die Menschen für BNPL entscheiden. Die häufigste Antwort in allen Ländern: Es passt besser in ein monatliches Budget.
Doch hinter der Entscheidung steckt noch mehr:
- Etwa 25 % sagen, es sei einfach bequemer
- Ungefähr einer von sechs hat das Gefühl, dass die Produkte billiger erscheinen
- 20 % sagen, sie könnten sich den Kauf sonst nicht leisten (in Frankreich steigt das auf etwa ein Drittel)
Für den E-Commerce ist das wichtig. BNPL hilft den Kunden nicht nur beim Bezahlen, sondern verändert, wie sie den Preis wahrnehmen.
Die andere Seite der Bequemlichkeit
Die Umfrage weist auch auf Nachteile hin. In der Schweiz geben 23 % der Befragten an, dass regelmäßige Ratenzahlungen einen starken oder sehr starken Einfluss auf ihre psychische Gesundheit haben.
Das ist ein Signal sowohl für Einzelhändler als auch für Regulierungsbehörden. Mit zunehmender Nutzung steigt auch der Druck auf Transparenz und verantwortungsvolle Nutzung.
Was das für den Online-Einzelhandel bedeutet
Ein praktisches Detail ist erwähnenswert: In den EU-Märkten werden Ratenzahlungen meist für Einkäufe über 250 € verwendet.
Für E-Commerce-Anbieter macht BNPL bereits das Offensichtliche – sie hilft den Leuten, größere Bestellungen abzulehnen. Aber die Umfrage deutet auf etwas Subtileres hin: Käufer nutzen es nicht nur, wenn es sein muss, sondern weil es sich leichter anfühlt.
Das verändert das Spiel etwas. Es geht weniger darum, „BNPL anzubieten oder nicht“, sondern mehr darum, wie klar man es präsentiert. Wenn Kunden es regelmäßig nutzen, erwarten sie Transparenz, was sie zahlen, wann und wie es in ihr Budget passt.



