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Überarbeitung der europäischen Richtlinien: Verpackungsänderungen in den Händen des Europäischen Parlaments

Letzte Woche hat das Europäische Parlament für die Überarbeitung der Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle gestimmt. Der elektronische Handel bereitet sich darauf vor und sucht nach Möglichkeiten, die Verpackungswirtschaft in den Griff zu bekommen. Die Überarbeitung sieht vor, dass bis 2030 alle Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar sein müssen.

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Überarbeitung der europäischen Richtlinien: Verpackungsänderungen in den Händen des Europäischen Parlaments
Quelle: Depositphotos

Verpackungen sind eine wachsende Abfallquelle. Die meisten Waren erfordern in mehreren Phasen des Produktlebenszyklus eine Verpackung. Im Jahr 2009 fielen in der EU 66 Millionen Tonnen Verpackungen an. 12 Jahre später, im Jahr 2021, wird die Zahl auf 84 Millionen Tonnen gestiegen sein. Jeder Europäer wird im Jahr 2021 188,7 kg Verpackungsabfälle erzeugen. Ohne weitere Maßnahmen wird diese Zahl bis 2030 voraussichtlich auf 209 kg ansteigen.Die Abgeordneten wollen den Verkauf von sehr leichten Plastiktüten (weniger als 15 Mikrometer)verbieten. Eine Ausnahme soll es für Produkte geben, die aus hygienischen Gründen oder als Primärverpackung für lose Lebensmittel verwendet werden müssen.

Mehrwegverpackungen haben ihre Kritiker

Bis 2030 sollen 10 % aller Sendungen in einem geschlossenen System verschickt werden. Das bedeutet, dass die Verpackungen wiederverwendet werden müssen. Verbraucher müssen auch dann Verpackungen zurückgeben, wenn sie alle Produkte in der Bestellung behalten.Die Überarbeitung wurde von mehreren Seitenkritisiert, da die EU noch keine einheitlichen Logistikstandards in ganz Europa festgelegt hat. Zu den Kritikern gehört der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh), der in einer Stellungnahme erklärte„Solange es keine einheitlichen Lösungen für Mehrwegverpackungen in der Europäischen Union gibt, halten wir die Rücknahme von Mehrwegverpackungen gerade im grenzüberschreitenden E-Commerce für problematisch:

Solange nicht sichergestellt ist, dass Mehrwegverpackungen von allen Dienstleistern innerhalb der EU akzeptiert werden, ist es aus unserer Sicht nicht akzeptabel, dass im grenzüberschreitenden Handel dauerhaft leere Verpackungen quer durch Europa geschickt werden. Es wird auch zu Rücksendungen kommen, wenn der Kunde die Ware behält“, sagt Christoph Wenk-Fischer, Geschäftsführer des Bevh.

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Die Lösung dieses Problems könnte in der Einbindung von Logistikdienstleistern oder Postunternehmen liegen. In diesem Fall könnten die Verbraucher die Mehrwegverpackungen dem Zusteller an der Haustür zurückgeben. Allerdings gibt es laut Bevh derzeit keine standardisierten Logistikprozesse, die diesen Rückgabeprozess so einfach wie möglich gestalten würden.

Änderungen am Horizont

Es ist noch nicht klar, wie und wann die Überprüfung stattfinden wird. Das Europäische Parlament hat für die Änderungen gestimmt, muss aber noch mit dem Europäischen Rat verhandeln. Der Europäische Rat hat den Standpunkt des Parlaments zur Überarbeitung noch nicht angenommen. Sowohl Online-Händler als auch Logistikunternehmen haben die Anfang des Jahres angekündigten Änderungen zur Kenntnis genommen und einige davon bereits umgesetzt. So hat Amazon beispielsweise begonnen, in Europa wiederverwertbare Verpackungen zu verwenden und Doppelverpackungen abzuschaffen, und Packeta hat seine eigenen wiederverwendbaren Verpackungen entwickelt.

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