
Influencer-Marketing bewegt sich zunehmend über die Reichweite hinaus
Jahrelang bewerteten Marken Influencer-Partnerschaften anhand oberflächlicher Kennzahlen wie Aufrufe, Follower und Engagement-Raten. Diese Zahlen sind leicht zu vergleichen, zeigen aber selten, ob eine Kampagne zu echten geschäftlichen Auswirkungen führt.
Die Tubular-Analyse legt nahe, dass Marketer zunehmend auf tiefere Signale achten. Dazu gehören die Überschneidung der Zielgruppe zwischen den Communities, das Einkaufsverhalten und die Suchaktivitäten, nachdem die Zuschauer die Inhalte eines Creators gesehen haben.
Mit anderen Worten: Reichweite kann Sichtbarkeit anzeigen, aber Verhaltenssignale zeigen Absicht. Für E-Commerce-Marken ist dieser Unterschied wichtig, wenn Budgets an Conversions und nicht an Impressionen gebunden sind.
Nur 1,3 % der Anime-Influencer-Inhalte treiben echte Gespräche an
Ein klares Beispiel zeigt sich in der Wirtschaft der Anime-Schöpfer in Ost- und Südostasien.
Anime-Influencer erstellen oft kommentargetriebene Inhalte zu populären Serien, darunter Reaktionen, Theorien und Analysen, die Diskussionen in Fangemeinschaften anregen.
Im Jahr 2025 generierten Anime-Influencer auf YouTube etwa 18 Milliarden Aufrufe. Auf den ersten Blick deutet diese Größe auf eine riesige Chance für Marken hin. Aber ein Großteil dieses Inhalts besteht aus wiederveröffentlichten Anime-Clips, die Aufrufe anziehen, ohne echte Community-Interaktion aufzubauen.
Laut dem Bericht konzentriert sich nur ein kleiner Teil der Creator auf Kommentare, Diskussionen und Analyse von Anime-Inhalten. Diese Art von Inhalten generierte 238 Millionen Aufrufe, was nur 1,3 % der gesamten Anime-Influencer-Aufrufe in der Region entspricht.
Trotz des geringeren Anteils spielen diese Creator eine viel größere Rolle bei der Gestaltung der Gespräche und der Kaufintention des Publikums. Ihre Videos lösen oft Debatten, Theorien und Gemeinschaftsdiskussionen an, statt passives Ansehen.
Wenn große Veröffentlichungen erscheinen, wie Spieladaptionen oder Konsolenveröffentlichungen, können diese Creator einen unverhältnismäßig großen Einfluss darauf haben, was Fans kaufen.
Kleinere Zielgruppen können eine stärkere Einkaufsabsicht zeigen
Die Daten zeigen außerdem, dass Reichweite und Kaufabsicht nicht immer zusammenpassen.
Ein Schöpfer im Anime-Bereich generiert 84 Millionen Aufrufe, aber sein Publikum zeigt ein relativ moderates Interesse an Spieleprodukten. Ein anderer Creator erreicht ein kleineres Publikum von 19 Millionen Aufrufen, doch seine Zuschauer zeigen fast doppelt so viel Shopping-Affinität für Spieleprodukte.

A comparison of two anime creators shows how smaller audiences can still drive stronger purchase intent. Source: Tubular
Für Marken, die Produkte wie das Nintendo-Switch-Ökosystem bewerben, könnte der zweite Ersteller trotz der kleineren Zielgruppe der wertvollere Partner sein.
Die Quintessenz für Marketer ist einfach. Eine große Reichweite kann das Bewusstsein steigern, aber die Zielgruppenausrichtung treibt oft den Umsatz an.
Vertrauen und Fachwissen sind wichtiger als Viralität
Ein ähnliches Muster zeigt sich in Gesundheits- und Hautpflege-Inhalten auf Instagram.
Influencer, die über dermatologische Themen diskutieren, ziehen oft Zuschauer an, die aktiv nach bestimmten Behandlungen oder Inhaltsstoffen suchen. Laut der Analyse suchen Zielgruppen rund um Dermatologie-Ersteller häufig nach Themen wie:
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Glykolsäure
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Piltakne
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Tazaroten
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Kojicsäure-Seife
Diese Signale zeigen etwas, das Follower nicht können: ob Zuschauer bereits Produkte oder Lösungen in Betracht ziehen. Einige Kreative haben ein großes Publikum und stellen klinische Themen einem breiten Publikum vor. Andere haben kleinere Communities, ziehen aber Zuschauer an, die bereits nach Behandlungen recherchieren.
Für Marken in regulierten Bereichen wie dem Gesundheitswesen können diese Creator als Glaubwürdigkeitsportale dienen und dabei helfen, Vertrauen aufzubauen, bevor das Publikum Kaufentscheidungen trifft.
Unerwartete Partnerschaften können starke Ergebnisse liefern
Der Bericht hebt außerdem hervor, wie kulturelle Relevanz die traditionelle Kategorienausrichtung übertreffen kann.
In Brasilien, einem der größten Influencer-Märkte der Welt, wurde eine TikTok-Zusammenarbeit zwischen Heineken Brasil und dem Schöpfer Mikael Gama in der ersten Hälfte des Jahres 2025 zur meistgesehenen Influencer-Kampagne.
Das Video erzeugte:
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168 Millionen Aufrufe
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1 Million Engagements
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In nur 50 Tagen
Was die Kampagne bemerkenswert macht, ist, dass der Ersteller zu diesem Zeitpunkt nur 136.000 Follower hatte.

Source: Tubular
Anstatt mit einem typischen Getränke-Influencer zusammenzuarbeiten, arbeitete die Marke mit einem Modeschöpfer zusammen, dessen Ästhetik und Erzählstil beim Publikum stark Anklang fanden.
Das Ergebnis zeigt, dass Einfluss nicht immer eine Frage der Kategorienanpassung ist. Manchmal geht es um kulturelle Relevanz und das Vertrauen des Publikums.
Die Frage, die Marketer stellen sollten
Während das Influencer-Marketing reift, beginnen sich die Kennzahlen, auf die Marken setzen, sich zu verändern.
Anstatt zu fragen, wer das größte Publikum hat, stellen Marketer zunehmend eine andere Frage: Welcher Creator erreicht Menschen, die bereit sind zu handeln?
Zielgruppendaten wie Suchverhalten, Einkaufsaffinität und interkommunales Engagement können stärkere Hinweise auf potenzielle Renditen liefern als allein die Followerzahl.
Für E-Commerce-Marken ist die eigentliche Frage nicht nur, wie viele Menschen die Inhalte sehen, sondern ob diese Zuschauer tatsächlich näher an einen Kauf herankommen.



