
Seit Jahren verlassen sich soziale Medien stark auf Empfehlungsalgorithmen, um zu entscheiden, was Nutzer sehen. Laut Mosseri geht Instagram nun einen anderen Schritt, indem es den Menschen mehr Einblick in die Funktionsweise dieser Empfehlungen gibt.
Nutzer können jetzt beeinflussen, was Instagram ihnen zeigt
Der neue Abschnitt „Ihr Algorithmus“ zeigt Themen an, die Instagram mit den Interessen eines Nutzers verknüpft. Menschen können Themen entfernen, die sie nicht mehr sehen wollen, oder Themen, die sie gerne öfter sehen würden, hinzufügen.
Die Funktion ist bereits in Reels und Explore verfügbar und wird nun auch im Hauptfeed ausgerollt.
Mosseri argumentiert, dass Empfehlungssysteme immer wichtiger geworden sind , weil Nutzer weniger Zeit damit verbringen, persönliche Updates öffentlich zu teilen, und mehr Zeit mit der Interaktion über Stories und Direktnachrichten. Infolgedessen haben Plattformen Feeds mit Inhalten von Konten gefüllt, denen Nutzer nicht folgen.
Heute stammt ein großer Anteil der auf großen sozialen Plattformen gezeigten Inhalte aus Empfehlungen und nicht aus der eigenen Follow-Liste des Nutzers.
Warum das für Marketer wichtig ist
Für E-Commerce-Marken und Content-Ersteller könnte das Update neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen schaffen.
Wenn Nutzer Instagram aktiv mitteilen, dass sie mehr Inhalte zu bestimmten Interessen wollen, kann das Verständnis der Publikumsintention durch die Plattform genauer werden. Marken, die relevante Inhalte produzieren, könnten von einer stärkeren Sichtbarkeit bei Menschen profitieren, die wirklich an ihrer Kategorie interessiert sind.
Gleichzeitig könnten Marketer größerem Wettbewerb um Aufmerksamkeit ausgesetzt sein, wenn Nutzer beginnen, Themen herauszufiltern, die nicht mehr zu ihren Interessen passen.
Die Änderung unterstreicht auch einen breiteren Trend auf digitalen Plattformen: Algorithmen werden weniger zu einer Blackbox und mehr zu einem interaktiven Werkzeug.
KI spielt eine Schlüsselrolle
Laut Mosseri haben jüngste Fortschritte bei großen Sprachmodellen dies möglich gemacht.
Traditionelle Empfehlungssysteme arbeiteten oft mit komplexen Datenmustern, die Nutzer nicht verstehen konnten. Neue KI-Modelle können Inhaltsgruppen analysieren und sie in menschlicher Sprache beschreiben, was es erleichtert, zu erklären, warum bestimmte Empfehlungen erscheinen.
Instagram sagt, Themen sind nur der erste Schritt. Das Unternehmen arbeitet bereits an Kontrollen für Personen, Inhaltstypen, Stimmungen und andere Vorlieben.
Eine größere Veränderung könnte bevorstehen
Mosseri schlug außerdem vor, dass zukünftige KI-Systeme weit über Inhaltsempfehlungen hinausgehen könnten.
Er ist der Ansicht, dass KI schließlich personalisierte digitale Erlebnisse in Echtzeit schaffen könnte, indem sie nicht nur das Sehen, sondern auch die Funktionsweise der Apps für jeden Einzelnen anpasst.
Für Unternehmen wirft dies eine wichtige Frage auf: Wenn jeder Nutzer eine Plattform anders erlebt, kann das Verständnis der Präferenzen der Zielgruppe noch wichtiger werden als das Verständnis der Plattform selbst.




